09. / 10. November 2010 in Köln
Programm "Marken- und Produktpiraterie wirkungsvoll bekämpfen"
Marken- und Produktpiraterie ist längst kein „Kavaliersdelikt“ mehr, sondern ein Thema (kriminelles Delikt), dessen Schadenspotenzial für Unternehmen und Gefahr für den Verbraucher nicht vernachlässigt werden kann.
Allein für Deutschland wird der volkswirtschaftliche Schaden auf jährlich bis zu 30 Milliarden Euro geschätzt. In der letzten veröffentlichten Statistik gab die EU-Kommission für Steuer und Zoll bekannt, dass 2008 wegen des Verdachts auf Marken- und Produktfälschung 178 Millionen Beschlagnahmungen bei der Einfuhr erfolgt sind. Davon hatten 54% den Ursprung in China. Des Weiteren beziffert die EU den Anteil von Fälschungen am Welthandel auf ca. 10%. Die einzelnen Branchen sind zwar unterschiedlich stark betroffen, verschont wird aber kaum eine.
Der Wettbewerbsvorteil der Produktpiraten, der vor allem durch Einsparungen in der Produktentwicklung, nicht notwendige Marketingaktivitäten oder durch geringere Produktqualität erzielt wird, ist für die Originalhersteller oft nicht mehr zu kompensieren. Neben dem Verlust von Marktvolumen durch den unfairen Wettbewerb leidet oft auch die Marge durch das Preisdumping.
Doch es ist nicht alleine der direkte ökonomische Schaden, der die
Unternehmen zum Handeln zwingt. Die Gefahr für den Verbraucher, wenn
z.B. mangelnde Qualität gesundheitsschädigend wirkt oder sogar zur
Lebensbedrohung wird, stellt ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar. Wird
eine Markenrechtsverletzung vom Verbraucher nicht als
solche erkannt, haben die qualitativen Mängel der Kopie neben dem
Sicherheitsrisiko zusätzlich negative Auswirkungen auf das Markenimage.
Solche Szenarien können für einzelne Unternehmen sogar zur existenziellen
Bedrohung werden.
Auch die Behörden und die Politik haben den Handlungsbedarf festgestellt und bieten verschiedene Instrumente als Hilfe für die Bekämpfung der Marken- und Produktpiraterie an.
Für ein wirkungsvolles Vorgehen gegen Fälscher gibt es keine Musterlösung, die auf alle Unternehmen und Produkte zutrifft. Jedes Produkt muss einzeln betrachtet werden und jedes Unternehmen muss individuell für sich die Risiken identifizieren und die internen Prozesse analysieren, um aus diesen Erkenntnissen eine maßgeschneiderte Strategie zu entwickeln.
Forensische Untersuchungen und der Einsatz juristischer Mittel sind oft nur zur „symptomatischen Bekämpfung“ der Marken- und Produktpiraterie geeignet, da das lukrative Geschäft sofort von anderen Seiten wieder aufgenommen wird. Um das Übel nachhaltig und wirkungsvoll einzudämmen, ist ein ganzheitlicher Ansatz notwendig. Das Konzept muss am Produkt ansetzen und über die strukturierte Erfassung der Unternehmensprozesse beim Kunden und Verbraucher enden. In diesem Seminar wird Ihnen also neben wichtigen Grundlagen eine systematische Vorgehensweise als Basis vermittelt, um im eigenen Unternehmen ein wirkungsvolles Konzept zur Bekämpfung der Marken- und Produktpiraterie zu erstellen.